Westlicher Lykischer Weg

Ein Bergtal öffnet sich unterhalb des Weges

Die westliche Hälfte des Lykischen Wegs (Fethiye → Kaş, ca. 184 km, 11–14 Tage) ist die beliebteste Route für die erste Mehrtagestour in der Türkei. Hier finden Sie die schönsten Ausblicke (Babadağ, Kayaköy, Kalkan), ein dichtes Netz an Pensionen und — entscheidend — den nahen Flughafen Dalaman mit Direktflügen aus Deutschland im Sommer.

Warum gerade die westliche Hälfte

Der Lykische Weg teilt sich in zwei ungleiche Hälften: westlich (Fethiye → Kaş, ~184 km) und östlich (Kaş → Aşağı Karaman/Antalya, ~284 km). Die meisten Erstwanderer entscheiden sich für die westliche Hälfte — und das aus guten Gründen:

Etappen der Westroute

Tag Etappe km Schwierigkeit Übernachtung
1Fethiye → Ovacık (vorbei an Kayaköy)11,3mittelOvacık (Pensionen)
2Ovacık → Faralya15,1mittelFaralya
3Faralya → Alınca (über Kabak)11,9schwerAlınca
4Alınca → Bel (über Gey)13,6schwerBel
5Bel → Gavurağılı7,4schwer (800 m Abstieg)Gavurağılı
6Gavurağılı → Letoon → Xanthos17,4leichtKınık, bei Xanthos
7–8Xanthos → Patara über Çavdır, Üzümlü und Akbel (meist in Üzümlü geteilt, oder per Dolmuş)34,4leichtÜzümlü, dann Patara (Gelemiş)
9Patara → Kalkan18,5mittelKalkan
10–12Kalkan → Kaş, landeinwärts über Bezirgan, Sarıbelen und Gökçeören (zwei oder drei Tage, oder per Dolmuş)54,1schwerBezirgan, Gökçeören, dann Kaş

Das sind neun markierte Etappen, insgesamt 184 km, verteilt auf elf bis zwölf Wandertage, weil zwei davon — Xanthos → Patara und Kalkan → Kaş — für einen einzigen Tag zu lang sind. Detaillierte Beschreibung jeder Etappe mit GPS-Track, Wegbeschreibung und Fotos finden Sie auf der Seite Etappen. Wenn Sie weniger als 10 Tage haben, können Sie die meisten Etappen per Transfer (Dolmuş oder Taxi) überspringen und nur ausgewählte gehen.

Tour-Vorlagen nach Tagen

7 Tage — Light-Variante

Wenn Sie nur eine Woche haben, lohnt es sich, nur die schönsten Etappen zu wandern:

  1. Anreise Dalaman, Transfer nach Fethiye; Fethiye → Ovacık (11,3 km) vorbei am Geisterdorf Kayaköy
  2. Ovacık → Faralya (15,1 km, Blick auf die Schmetterlings-Schlucht)
  3. Faralya → Alınca (11,9 km, hinab zum Strand von Kabak, dann 1.000 m wieder hinauf)
  4. Ruhetag in Alınca (Terrasse, Erholung)
  5. Transfer nach Patara, Spaziergang durch antike Stadt
  6. Patara → Kalkan (18,5 km, über das Delikkemer-Aquädukt und die Klippen)
  7. Transfer Kalkan → Kaş, Rückflug

14 Tage — komplette Westroute

Klassische Variante — die gesamte westliche Strecke von Fethiye nach Kaş:

  1. Anreise Dalaman → Fethiye
  2. Tage 1–11: die neun Etappen aus der Tabelle oben, Xanthos → Patara in Üzümlü und Kalkan → Kaş in Gökçeören geteilt
  3. Tag 12: Kaş — Erholung, Tauchen oder Sea-Kayaking
  4. Tag 13: Transfer Kaş → Antalya
  5. Tag 14: Rückflug

Highlights der Westroute

Schmetterlings-Schlucht (Kelebekler Vadisi)

Bucht am Fuß einer 350 m hohen Felswand, mit Strand und Wasserfall. Der Trail führt darüber — der Abstieg über die Strick-Leiter ist riskant und nicht empfohlen. Besser von oben anschauen und bei Lust und Laune mit einem Boot von Ölüdeniz aus in die Bucht fahren.

Kayaköy (verlassenes griechisches Dorf)

Etwa 500 Steinhäuser am Hang, von Griechen nach dem Bevölkerungsaustausch 1923 verlassen. UNESCO-Status. Atmosphärischer Ort, besonders bei Sonnenuntergang — guter erster Stopp nach Ovacık.

Patara

Einer der längsten Strände des Mittelmeers (18 km), antike Stadt Patara (frühere Hauptstadt Lykiens, Geburtsort des Heiligen Nikolaus). Der Strand liegt in einem Naturschutzgebiet — hier nisten Caretta-Schildkröten.

Kalkan und Kaş

Kalkan — kleines Küstenstädtchen mit weißen Häusern, die zur Bucht hin abfallen. Kaş — der wichtigste Touristenort der Westroute: Tauchen, Sea-Kayaking, Fähren zur griechischen Insel Kastellorizo, günstige Restaurants. Mehr zu Kaş auf der Seite Kaş.

Wann auf der Westroute wandern

Beste Zeit: Oktober–November und März–Mai. Mehr dazu auf Beste Wanderzeit.

Die westliche Hälfte ist im Sommer am heißesten. Schon Ende Mai steigen die Temperaturen auf den offenen Hängen über +30 °C, und Wasser ist auf dem Trail knapp. Von Juni bis September ist Wandern nicht empfehlenswert — besser auf Herbst verschieben.

Schwierigkeit und Vorbereitung

Die Westroute gilt als „Anfänger-tauglich": moderate Höhenunterschiede, viele Pensionen, wenig wasserlose Abschnitte. Aber „leicht" im Kontext des Lykischen Wegs ist kein Spaziergang. Wo übernachten: Unterkünfte am Trail.

Anreise

Nächster Flughafen — Dalaman (DLM), 50 km bis Fethiye. Aus Deutschland gibt es im Sommer Direktflüge ab München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg (ab 4 Stunden Flugzeit). Im Winter und in der Nebensaison — meist via Istanbul. Vom Flughafen Dalaman nach Fethiye:

Mehr dazu: Anreise zum Lykischen Weg.

Achtung: In der Hauptsaison (Juli–August) ist der Flughafen Dalaman von abendlichen Charterflügen überlastet. Planen Sie 2 Stunden für Gepäck und Transfer ein, besonders bei Nachtanreise.

Häufig gestellte Fragen

Kann man die Westroute ohne Zelt wandern?

Ja. Auf jeder Etappe gibt es Pensionen oder Gästehäuser (10–25 € pro Nacht mit Frühstück). Zelt nehmen die meisten nur für die Etappe Kabak → Alınca und für mehr Flexibilität in der Hauptsaison mit.

Brauche ich einen deutschsprachigen Guide?

Nicht zwingend. Der Trail ist mit rot-weißen Markierungen ausgeschildert (gleiches System wie GR-Wege in Frankreich). In den meisten Pensionen gibt es WLAN und jemand spricht Englisch. Wenn Sie unsicher in der Navigation sind oder die Geschichte Lykiens vor Ort hören wollen — geführte Touren mit deutschen Guides finden Sie auf der Seite Touren.

Was kostet die Westroute selbstgeplant?

Bei selbstgeplanter Tour mit Pension-Übernachtungen über 14 Tage: ca. 450–650 € pro Person (ohne Flug). Inklusive Übernachtung (15–25 € × 13 Nächte), Verpflegung (10–15 € pro Tag), lokale Transfers und Eintritt in antike Städte.

Wie unterscheidet sich West- von Ostroute?

Die östliche Hälfte (Kaş → Antalya) ist gebirgig und wild. Mehr Höhe (Tahtalı 2365 m, Musa 2200 m), weniger Pensionen, längere Abschnitte ohne Wasser. Die Ostroute ist landschaftlich spektakulärer, aber anspruchsvoller. Üblicherweise wandert man sie nach der ersten Erfahrung auf der Westroute.